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Lokhalle

Bahntechnik & Industriekultur

Die Lokhalle im Natur Park Südgelände ist neben dem Wasserturm und der Brückenmeisterei Teil der denkmalgeschützten Gesamtanlage und einer der größten und wichtigsten Zeugen der ehemaligen Nutzung des Areals als Bahn-Gelände. Die mehr als 100 Jahre alte Halle ist heute noch knapp 5.000 Quadratmeter groß. Ursprünglich gab es vor dem Zweiten Weltkrieg drei solcher Hallen, die zur Wartung und Reparatur der Lokomotiven diente. Im Bereich des Moosgartens finden sich heute noch Überreste der zerstörten Hallen.

Mit Eröffnung des Natur Park Südgelände hielten Theater, Kunst und Musik für viele Jahre Einzug in der Lokhalle und hauchten dem Gebäude neues Leben ein. Doch der Zahn der Zeit hat seine Spuren hinterlassen, und so konnte die Lokhalle seit 2005 nur noch eingeschränkt mit Einzelgenehmigung für verschiedene Veranstaltungen genutzt werden. Nach mehreren Reparaturarbeiten musste sie 2016 aus Sicherheitsgründen gänzlich geschlossen werden, in den kommenden Jahren wird sie nachhaltig saniert und behutsam qualifiziert.

Impressionen von der Lokhalle

Seitlicher Blick auf den Vordereingang der Lokhalle im Natur Park Südgelände
© Frank Sperling
© Frank Sperling
© Frank Sperling
© Frank Sperling
Eine Seitenwand der Lokhalle im Natur Park Südgelände mit Skulpturen davor
© Frank Sperling
Außenansicht der Lokhalle im Natur Park Südgelände mit dem Wasserturm im Hintergrund
© Frank Sperling

Nachhaltige Sanierung der Lokhalle

Als Kultur- und Kreativstandort, der sich harmonisch in die Gesamtanlage und den besonderen Charakter des Natur- und Landschaftsschutzgebietes einfügt, soll die Lokhalle künftig viel Platz für kreatives Wachstum bieten. Art und Umfang der Veranstaltungen sollen dabei in besonderer Weise dem bestehenden Charakter des Geländes gerecht werden. Grundsätzlich sollen in der Lokhalle insbesondere kulturelle und künstlerische Veranstaltungen wie Konzerte, Tanzperformances, Filmvorführungen, Lesungen oder Theateraufführungen stattfinden. Auch Ausstellungen (gemeinsam mit den Mieter*innen der Künstler*innen-Ateliers) oder Weihnachtsmärkte sind angedacht.

Das gesamte Projekt wird unter dem Anspruch "Nachhaltiges Bauen" realisiert. Das heißt, die bestehende, historische Bausubstanz wird nach den Vorgaben des Denkmalschutzes größtmöglich erhalten und saniert. Das neue Dach wird als 4.500 qm großes, klimafreundliches, "extensives" Gründach umgesetzt. Dieses hält das Regenwasser zurück, bevor es über Rigolen auf dem Grundstück versickert. Das Gründach hat eine dämmende, Temperaturschwankungen ausgleichende Wirkung, so dass im Winter der Wärmeverlust und im Sommer die Überhitzung im Innern minimiert wird. Zudem entsteht so hoch über dem Boden zusätzlicher Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Durch den Einbau einer modernen Luft-Wasser-Wärmepumpe wird die Umgebungsluft als Wärmequelle genutzt, um die Lokhalle mit Wärme zu versorgen. Nachhaltig ist auch die Gestaltung der geplanten Künstler*innenateliers, mit denen der Verdrängung von Künstler*innen aus den zentralen Stadtlagen entgegengewirkt wird: Als Baustoff wird der nachwachsende Rohstoff Holz zum Einsatz kommen. Und durch die geschickte Positionierung an der Südfassade der Lokhalle wird gleichzeitig die Standsicherheit der Halle gestärkt. So entfällt die ansonsten erforderliche aufwendige statische Ertüchtigung der Bestandsfassade.

Die Planung der Instandsetzung und Umnutzung der Lokhalle wurde bereits im Frühjahr 2019 aufgenommen. Erste vorbereitende Maßnahmen, wie unter anderem Baugrunduntersuchungen und Arbeiten für eine neue Wirtschaftshof- und Logistikfläche, laufen bereits seit Herbst 2021. Im Dezember 2021 wurde der begehbare Steg im südlichen Teil der Lokhalle zurückgebaut sowie der Boden für die spätere Leitungsverlegung vorbereitet. In diesem Zusammenhang entsteht an der Zufahrt Prellerweg die neue Netzstation, um die Stromversorgung im Gelände sicherzustellen. Der Start der eigentlichen Baumaßnahmen ist für das zweite Quartal 2022 geplant. Die Gesamtinvestitionen für das Projekt belaufen sich auf rund 17 Mio. Euro, die über das Land Berlin und das Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt (SIWA) bereitgestellt werden. Geplant ist, dass die neue Lokhalle ab 2025 wieder ihre Tore öffnet und im neuen Gewand Besucher*innen mit Kunst, Theater und Musik begeistert.